Vertrauen näher betrachten

in Memoriam Balthasar Staehelin, Prof. Dr. med

 

Vertrauen ist der positive Aspekt menschlicher Bindung und menschlicher Hoffnung

 

Vertrauen ist nicht Mistrauen, nicht Zweifel, nicht Verdacht, nicht Unsicherheit, nicht Zögern, nicht Angst, nicht Verwirrung, nicht Ablehnung, nicht Gegenwehr, nicht Abwendung, nicht Abwarten, nicht Desinteresse, nicht Indifferenz, nicht Willensschwäche, nicht Rückzug, nicht Isolation, nicht Flucht, nicht Ueberheblichkeit

Vertrauen ist nicht Abhängigkeit, nicht Zwang, nicht Sucht, nicht Unfreiheit, nicht Selbstaufgabe, nicht Destruktion

Vertrauen ist auf Dauer angelegt. Vertrauen ist nicht endlich, nicht Abbruch, nicht Trennung, nicht Lieblosigkeit, nicht Egoismus. Im Vertrauen soll es dem Du gut gehen können

Vertrauen hat jeder Mensch und er selbst kann es deshalb verschütten, überdecken - und auch dann ist es noch da, eben verschüttet, verliert bewusste Wirkung.

Das Urvertrauen jedes Menschen ist also von Anfang an da, gehört zum Wesen des Menschen. Es muss nicht entstehen durch eigene Anstrengung, entsteht nicht durch sozialen Kontakt. Weil es von Anfang an zum Menschen gehört, es ist da.


Wir scheinen oft am anderen Menschen zu scheitern - oder letztlich doch an uns selbst, an unserer Verantwortungsfähigkeit und Vertrauensfähigkeit bei diffuser Angst ?





Schweizerische Gesundheitsbefragung 2007, auch andere Statistiken enthalten kaum spezifische Information zum Psychosomatischen Allgemeinsyndrom (Prof. Dr. med. B. Staehelin). Auch hier nicht:


Wenn andere sich so verhalten, dass Vertrauen verdeckt, zugeschüttet wird, bleibt dann der Beeinträchtigte allein ohne Vertrauen? Das bedeutet, nach Vollständigkeit und Quelle von Vertrauen fragen.

Der Zusammenhang von Vertrauen und Hoffnung besteht darin, dass Vertrauen nicht allein in die Vergangenheit gerichtet sein kann. Wer sein Vertrauen auf die Vergangenheit stützt lebt kausal und nicht final. Kausal: was gut war könnte aus Kontinuitätsgründen auch weiter gut bleiben, wo bleiben Möglichkeiten? Eine solche Grundlage bleibt kontingent. Das Vertrauen in die Zukunft ohne zwanghaftes Verbleiben in der Gegenwart kann final begründet sein, auch wenn im Gegenwärtigen  und Vergangenen Negatives überwiegend war.

Vertrauen ist fundamentaler als Können, als Erfahrungswissen, als Wissen. Wie soll ein Mensch ohne Vertrauen als Grundfaktor des Glauben-Könnens sein Glauben-Können reifen lassen können?

Vertrauen wächst in Verbindung mit eigenen Tugenden. Es gehört also Arbeit an seiner eigenen Reifung dazu. Es geht nicht immer nur um Leistung, besser als andere zu sein, mehr zu haben - es geht um Welt als DU.

Hoffnung muss auf Wirkliches aufgebaut sein, wäre das nicht der Fall, dann wäre Vertrauen Irrtum. Dadurch sind Werthaltung und Erkenntniswissen (besonders auch eigene Erfahrung) eng verbunden.

Wir sollten verstärkt darüber nachdenken, wie die Bedienungsgesellschaft auch die Subsidiarität im Staat schwächt -  und aus diesem Nachdenken heraus handeln: Heute in gemeinsame Zukunft.

 



Nicht nur somatisch gesund sein, sondern vertrauensvoll leben - und wenn Aerzte nicht danach fragen, dann kann sich jeder mindestens gut vorbereiten.

Sprechen mit Aerzten   eine Sendung von Radio SRF 2 DRS  hier

 

http://www.srf.ch/sendungen/kontext/wie-patienten-und-aerzte-miteinander-sprechen 

 

links werden nicht dauerhaft behalten: Wenn's nicht mehr geht, dann versuchen Sie es hier

 

http://www.srf.ch/sendungen/puls/gesundheitswesen/aerzte-hoeren-oft-nicht-zu

 

 

 

Schliesslich doch noch eine der seltenen Statistiken - hier somatoforme Beschwerden

 

Diagnosedaten der Krankenhäuser ab 2000 (Eckdaten der vollstationären Patienten und Patientinnen). Gliederungsmerkmale: Jahre, Behandlungs-/Wohnort, ICD10

Diese Tabelle bezieht sich auf:
Region: Deutschland, ICD10: F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen

Sachverhalt Jahr (aufsteigend)
anzeigen2000 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Absolute Fallzahl (Behandlungsort der Patienten/-innen) Info
    insgesamt 119.595 143.434 143.238 145.134 146.100 148.373 150.731 155.026 160.248
    männlich 47.836 56.229 55.075 55.031 55.817 57.498 57.959 59.552 61.735
    weiblich 71.757 87.204 88.156 90.103 90.283 90.875 92.772 95.474 98.513
Kurzlieger (1 bis 3 Tage) 29.430 38.844 39.690 41.018 41.865 42.707 43.712 45.526 47.583
Stundenfälle 6.916 7.109 7.313 7.806 7.914 8.199 8.416 8.755 9.215
Sterbefälle 116 76 79 47 63 52 47 71 44
Durchschnittliche Verweildauer (in Tagen) 21,2 17,4 17,3 17,3 17,1 17,1 17,1 17,0 17,0
Die folgenden Fallzahlen wurden ohne Patienten/-innen mit ausländischem/unbekanntem Wohnsitz, Alter, Geschlecht ermittelt.
Absolute Fallzahl (Wohnsitz der Patienten/-innen) Info
    insgesamt 118.939 142.930 142.695 144.656 145.562 147.900 150.207 154.446 159.635
    männlich 47.534 55.996 54.828 54.823 55.563 57.294 57.733 59.289 61.464
    weiblich 71.405 86.934 87.867 89.833 89.999 90.606 92.474 95.157 98.171
Altersspezifische Fallzahl je 100.000 Einwohner Info
    unter 15 Jahren 51 71 69 73 76 77 84 88 90
    15 bis unter 45 Jahre 206 238 236 242 242 248 252 258 267
    45 bis unter 65 Jahre 144 179 182 183 183 186 188 193 199
    65 Jahre und älter 77 102 107 107 112 116 117 124 128
Altersstandardisierte Fallzahl je 100.000 Einwohner Info
    insgesamt 148 177 177 181 183 187 191 197 203
    männlich 122 143 141 142 144 150 152 156 163
    weiblich 173 210 213 218 220 223 229 236 244
Die Tabelle wurde am 17.02.2014 03:15 Uhr unter www.gbe-bund.de erstellt.
(Siehe auch Informationen zu Datenquelle(n)/AnsprechpartnerAnmerkung(en)Aktualität der DatenLinks auf andere Fundstellen.)