Zeit - ist sie etwas
oder Bedingung der Möglichkeit

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Vorstellungen
Zustand und Temperatur
 
Sterne haben dem Menschen erstmals ermöglicht mit Zeit präziser umzugehen

Die Sonne, das Tagesgestirn, weckt uns morgens, wenn wir dies zulassen. Sie bringt eine gewisse Regelmässigkeit in unser Leben. Der Mond lässt uns die Tage des Monats zählen - wenigstens ungenau.  Denken Sie an die Schaltjahre. Wenn wir die Jahreszeiten (ein merkwürdiges Wort) bemerken, so führt uns das zur Vermutung, es gebe einen längeren Zeit-Zyklus auf der Erde, eine Wiederholung klimatischer Bedingungen. Doch Zeit an sich ist nicht zyklisch, Zeit kann sich nicht wiederholen.

Da wiederholt sich etwas anderes ...

Um das genauer zu messen, braucht es zum Beispiel die Beobachtung der Kulmination der Sonne im Sommer. Wie kamen Astronomen nur auf diese Idee?

Nur: Womit wollen wir die Zeitdauer zwischen zwei Tagen, zwei Monaten, Zwei Jahren messen?

Die Geschichte der Astro-nomie hat mit der Messung der Zeitdauer dieser Zyklen am Sternen- und Tages-Himmel begonnen. Astronomische Zeit- und Ort-Bestimmungen. Das hat doch wieder etwas mit Klima zu tun...

Die Präzision der Uhren war lange Zeit so ungenau, um die Grenzen der Regelmässigkeit der Erdumdrehung nicht störend zu werten. Bis zu dieser Epoche war Sternzeit die genauste Zeit.

Positionsbestimmung der Himmelsobjekte und Zeitmessung sind eng miteinander verbunden (Meridiandurchgänge).

Der Meridian ist nützlich, wenn sich das Fernrohr oder das Radioteleskop nicht schnell und präzise genug drehen lässt.

Wenn die Zeit gemessen wird, während Sterne durch das Fernrohr beobachtet werden, ergibt sich eine Verbindung zwischen Raumwinkel und Zeitintervall. Die Rektaszension wird in Stunden, Minuten, Sekunden gemessen (genauer in Winkel-Stunden, -Minuten, -Sekunden).

Durch die Eigenbewegung der Erde ergibt sich die Möglichkeit der Definition zweier Tage: Der (Sonnen)-Tag und der Stern-Tag. Die Tagesdauer ist nicht konstant - dies hängt mit der Form der Erdbahn zusammen.
 

Wir können dies entdecken, wenn wir Schatten genug genau messen.

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Historisch gesehen war die genaue Beobachtung der Sterne die Grundlage zur Herausgabe von Kalendern, welche zur Koordination menschlicher Arbeit gebraucht wurde (z.B. wegen den jährlichen Veränderungen des Nils in Aegypten).

Lange blieb der Kalender die Hauptpflicht der Astronomen.

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Ohne Zeit gäbe es nur Raum - und keine Bewegung durch diesen Raum. Dadurch wäre auch Raum in seiner Räumlichkeit nicht erkennbar - anders gesagt: Raum kann für sich alleine gar nicht existieren.

Zeit ist Bedingung für die Möglichkeit bewegter Existenz. Der Philosoph Kant hat die Zeit noch als völlig separiert vom Raum definiert (er hat nicht so gedacht, wie im oberen Absatz). Das hat sich mit dem philosophischen Denken Einsteins radikal und endgültig verändert: Existenz ist möglich in Raum-Zeit (ein Wort, ein Sein: untrennbar und doch als Struktur erkennbar und messbar).

Auch die reine Vorstellung eines absoluten Raumes war lange Sache der Philosophen - Experimente bestätigen wiederholt das Bestreben Einsteins, Naturgesetze nicht vom Ort und vom Zustand des menschlichen Beobachters abhängig zu machen. Naturwissenschaft ist nicht Subjektivismus.


SN 2002 AP Supernova

Rektaszension